Wann kommt der Hochwasserschutz

Hochwasser_2013_Gries Seit dem Pfingsthochwasser 1999 ist allen klar: Der Hochwasserschutz muss schnell vorangetrieben werden. Doch was ist in 15 Jahren passiert? Jeder weiß andere Schuldige. Hochwasserschutz ist nicht einfach. Alle wollen Schutzmauern, aber nicht vor der eigenen Haustür. Landwirte sollen ihr Land als Überflutungsflächen zur Verfügung zu stellen. Der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer schlägt vor, Bauern notfalls zu enteignen. Der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), Thomas Bauer, sagte ein wirksamer Schutz sei nur durch Baumaßnahmen zu realisieren.

Hochwasser_Bergener_BachEs sind die Tage der Politiker, in denen sie auf vieles zu achten haben: Auf das Handeln, auf das Erscheinen und auch auf die Macht der Bilder. Das Mitgefühl muss vermittelt werden, es darf aber nicht als Wahlkampfes erscheinen. Der Bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner war in Staudach-Egerndach und Übersee. Die Fragen der Landwirte, wer die Kosten der Eigenleistungen für die Wiederherstellung der Wiesenflächen, insbesondere der FFH-Gebiete übernimmt und ob diese ebenfalls über das Hilfsprogramm abgerechnet werden können, konnte Staatsminister Helmut Brunner nicht beantworten.

In Bergen hatten wir zum Glück keine schlimmeren Schäden. Wie schon in den Jahren 1999, 2001, 2002, 2005, 2006 und 2007 lagen die höchsten Pegel in der Weißache zwischen 120 und 135 cm. Dies entspricht einem Abfluss von ca 22 m³/s. Die Leistungsfähigkeit ist derzeit ca. 30 m³/s ohne Freibord. Im Gemeinderat wurde bereits 2004 die Planung für die Hochwasserverbauung der Weißache vorgestellt. Ausbaulänge 2,0 km, Ausbauabfluss: 60 m³/s mit 80 cm Freibord. Hochwasser_2013_PetermoarSteilere Ufer, bestehende Ufermauern um 0,5 bis 1 m höher. Die Förderung beträgt 85%, da bereits vor 2002 als dringlich erachtet. 3.800 m² Grundstücksflächen müssen nach wie vor von der Gemeinde erworben werden. Da hier keine Fortschritte zu erkennen sind, soll seit 2 Jahren ein Planfeststellungsverfahren vom Wasserwirtschaftsamt durchgeführt werden. Betroffene können Einwendungen einreichen, auf öffentliche Auslegung kann verzichtet werden, wenn der Kreis der Betroffenen bekannt ist und Gelegenheit zur Planeinsicht erhält. Nach Ablauf der Einwendungsfrist sind Einwendungen ausgeschlossen (Präklusionswirkung). Dass die Landwirte und Grundstückeigentümer die angebotenen Quadratmeterpreise ablehnen ist verständlich. Die lokalen Schwachpunkte liegen fast immer an der Grieser Brücke und dem Bergener Bach nach dem Ausbau im Dorfbereich. Könnte man nicht zumindest hier die bekannten Schwachpunkte entschärfen?Hochwasser_2013_SchipflweiherHochwasser_2013_Einfang

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