Tourismus und Hochfelln-Seilbahnen

Die Hochfelln-Seilbahnen sind mit dem Schwimmbad und Museum die touristischen Attraktionen in Bergen. Daraus erklärt sich schon ein Muss zum Erhalt, da wir uns sonst auf Dauer vom Erwerbszweig Tourismus verabschieden können. Obwohl ich die Wanderwege im Bergener Moos und auf die Vorberge des Hochfelln und Hochgern sowie auf die Gipfel selbst als ebenso attraktiv ansehe, sind diese doch nicht so leicht werbemäßig an den Touristen zu bringen, wie die Hochfelln-Seilbahnen. Aber zusammen mit der Möglichkeit der Auf- oder/und Abfahrt sind diese Wege auf jeden Fall für unsere Gäste interessant und sollten verstärkt in Verbindung mit den wunderbaren Almen und ihrer jeweils unterschiedlichen Art der Bewirtschaftung beworben werden.Hochfelln Gipfelkreuz Chiemsee Loisei

Sagt man Ja zum Tourismus, muss man auch Ja sagen zum Erhalt und Betrieb der Hochfelln-Seilbahnen, und zwar im Sommer wie im Winter mit allen Konsequenzen. Obwohl der Winterbetrieb leider noch immer ein Draufzahler ist und dadurch das Jahresergebnis in die roten Zahlen gedrückt wird, können wir uns den Luxus nicht erlauben, die Anlagen im Winter zuzusperren. Deshalb ist es genauso wichtig, hier Sicherheit zu schaffen aus dem Blick des Skifahrers. Das heißt, wenn das Skifahren am Hochfelln geht, sollte man damit werben, und zwar umso stärker je schlechter es in den tieferen Lagen in unserer Umgebung geht. Gerade der jetzige Winter mit der mauen Schneelage stellt eine Chance dar, man muss sie nur nutzen und laut auf sich aufmerksam machen und die notwendigen Informationen bereit stellen.

Was im Sommer die Wanderer, sind im Winter die Tourengeher. Dass diese in den letzten Jahren vermehrt die präparierten Pisten aufsuchen, ist ein Trend, den man durch lokale Sperrungen nicht aufhalten kann und darf. Auch hier bietet sich die Chance, wie es sich anderen Skigebieten abzeichnet, dass die ganze Familie ihren Spaß haben kann. Der Vater steigt mit den Fellen auf, Frau und Kinder vergnügen sich auf den Pisten und Mittag trifft man sich in der Alm. Gefahrenstellen und Engpässe, bei denen es zu Kollisionen zwischen Abfahrern und aufsteigenden Tourengehern kommen kann, sollen keine Argumente zur Sperrung sein, sondern durch lenkende Maßnahmen entschärft werden. Ein Miteinander ist möglich, genauso wie beim Moutainbiken und Wandern.Südhanglift Loisei

Genauso wie im Tourismus ortsübergreifende Verbünde geschaffen werden (z.B. Bergen-Siegsdorf-Traunstein) muss am Hochfelln verstärkt zusammengearbeitet werden. Die Seilbahn lebt von den Wirtschaften und Almen und umgekehrt. Hier müssen verstärkt gemeinsame Veranstaltungen geschaffen werden wie Sonnenuntergangsfahrten mit Einkehr, Hoagarten und Almfeste, Almtanz im wahrsten Sinne des Wortes und die Möglichkeit von Feiern und Familienfesten bis in die Nacht. Beide Seiten können daran verdienen, aber es braucht den Willen zur Zusammenarbeit und die Flexibilität aller Parteien. Gegenseitige Hilfe und voller Einsatz, den Gast/Kunden zufrieden zu stellen, ist Voraussetzung.

Die Zukunft der Hochfelln-Seilbahnen ist nicht so schlecht wie es scheint. Gerade der Trend zum Wandern, der sich vermehrt abzeichnet, sollte genutzt werden. Der Sommer 2013, der wettermäßig relativ schlecht war, brachte ein kleines Plus, was vielleicht schon darauf zurückzuführen ist. Es ist viel gebaut und verbessert worden in letzter Zeit und dies nicht nur zum Wohle der Seilbahn sondern in erster Linie für den Gast und Besucher. Sagen wir es ihm und laden ihn ein, er wird es danken.

Kristian Krammer