Energiewende

Der Streit um die Energiewende ist im vollen Gange. Abstandsregel in der Windkraft, aktueller Ausbau der Kohlekraft in Deutschland, sinkende Preise an der Strombörse und steigende Preise für die Endverbraucher durch EEG-Umlage (=keine Weitergabe der günstigen Stromerzeugungspreise an den Verbraucher) und vieles mehr.
Trotzdem oder gerade deswegen müssen wir in Bergen entschlossen eine dezentrale, regional wirtschaftende und nachhaltige Energieversorgung verfolgen. Die Grüne Liste Bergen wird sich auch in Zukunft für die Projekte in Bergen einsetzen, die uns hier in die richtige Richtung bringen:

  • Nutzung der Wasserkraft: Untersuchung von Kleinkraftwerken am Schipflweiher oder am Wasserwandl in Kombination mit Hochwasserschutz (Synergien)
  • Energetische Sanierung kommunaler Gebäude mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit : Mit hoher Priorität die Gemeindehäuser
  • Errichtung von Photovoltaikanlagen: Da eine Beteiligung an der Anlage des Landkreises nicht erwünscht ist, sollten neue Untersuchungen in Bergen stattfinden, möglicherweise günstig gelegene Steierergrundstücke.
  • Beim Thema Erweiterung der Kläranlage Fokus auf:
    • Abwärme: Nutzung für Kläranlagen-interne Prozesse oder zum Beheizen des Schwimmbads. Das ist ein Uraltprojekt der Grünen in Bergen, der Verbund mit dem Schwimmbad wurde schon oft abgelehnt.
    • Gasproduktion aus Klärschlamm: z.B. zum Betrieb von lokalen Blockheizkraftwerken (BHKW) zur Deckung des Eigenbedarfs an Strom und Wärme.
  • Aktive Verfolgung der Pläne des Ökomodells Achental: Holz statt Öl, Umstellung von fossiler auf regenerativer Energie wie Hackschnitzel, Pellets und Stückholz in Gemeindehäuser.
  • Energie in Bürgerhand: In Verbindung mit Wasserkraftnutzung im Weißachental oder der Photovoltaikanlage eine gute Form der Finanzierung.
  • Energieverbünde: Schwimmbad und Kläranlage, gemeindliche Immobilien im Ortskern
  • Bebauungspläne die eine Nutzung von regenerativer Energie unterstützen: Datensammlung zur Nutzung von Geothermie in der Gemeinde bereitstellen (Grundwassertiefe, Möglichkeiten der Nutzung, Erfahrungen mit bestehenden Anlagen…)

All diese Maßnahmen führen zu mehr Unabhängigkeit von der globalen Preisentwicklung der konventionellen Energieträger und deren politischen und ökologischen Auswirkungen. Auch Gesetze in Form von Verbot oder Förderung bestimmter Anlagen und Interessen mächtiger Großkonzerne auf dem Strommarkt verlieren so an Einfluss auf unsere Region.
Das wirtschaftliche Potential der Energiewende sollte nicht unterschätzt werden. Durch den Import von Strom und Primärenergie in Form von Öl und Gas, von außerhalb, fließen dauerhaft hohe Geldsummen aus der Region ab. Bei regionaler Versorgung würde dieses Geld in der Region bleiben. Bei stetig steigenden Preisen der Primärenergie kann die dezentrale und nachhaltige Energieversorgung außerdem bald ein Standortvorteil sein. Wer Energie nachhaltig selber erzeugt, hat auch die Preisgestaltung in den eigenen Händen.
Eine regionale Energieversorgung macht Bayern außerdem unabhängig von der Diskussion um große Stromtrassen, die aktuell auf heftige Gegenwehr bei der Bevölkerung im Norden Bayerns stößt. Einiges spricht dafür, dass die geplanten Stromautobahnen die Energiewende mehr behindern, als ihr zu nützen. Hierzu zählt unter anderem, dass die Stromtrassen teils bei Braunkohlekraftwerken starten und es ermöglichen, dass Kohlestrom zeitgleich zu Windstrom voll eingespeist werden kann. Der aktuell erkennbare Trend der Substitution von Kernkraftwerken durch Kohlekraftwerke führt am Thema erneuerbare Energien komplett vorbei. Mit einer dezentralen und regionalen Energieversorgung im Süden des Freistaats werden solche Mega-Stromtrassen überflüssig. Dies hilft nicht nur den leidtragenden Bürgern entlang der Hochspannungsleitung, sondern verhindert auch, dass der Transport von Kohlestrom erleichtert wird und somit der aktuelle Ausbau des Kohlestroms legitimiert wird. Dieser schadet nicht nur unserem Klima, sondern zerstört auch permanent und dauerhaft riesige Flächen in Deutschland.
Der Chiemgau bietet auf Grund seiner günstigen Lage für die Energiewende ein hohes Potential in Form von Biomasse, Wasserkraft, Geothermie und Sonnenenergie. Die Grüne Liste Bergen wird hier die nötigen Schritte in Bergen einleiten um dieses Potential zum Wohl der Bürger zu nutzen.

Ein Beitrag von Benno Quittek

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